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Spechtbaumaktion im Wolfurter Ippachwald

Spechtbaumaktion im Wolfurter Ippachwald

Umwelt- und Naturschutz auf Waldflächen ist der Marktgemeinde Wolfurt ein großes Anliegen. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, hat die Marktgemeinde gemeinsam mit dem Waldaufseher und Förster Jürgen Ernst ein Spechtbaumprojekt ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes, das aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Vorarlberg gefördert wird, ist die sogenannte Biodiversität im Wolfurter Ippachwald zu fördern.

Spechte benötigen für ihre Nachkommenschaft abgestorbenes, stehendes Totholz. Für ein intaktes und vielfältiges Ökosystem sind neben Mischwäldern auch abgestorbene, stehende Bäume von großem Nutzen, um Höhlenbrütern eine Nistmöglichkeit zu bieten. In Wolfurt werden aus diesem Grund abgestorbene, stehende Bäume, die sich über eine Baumlänge von Forststraßen oder Waldwegen entfernt befinden, in der Natur belassen.

Waldaufseher Jürgen Ernst hat in einem ersten Pilotprojekt über hundert solcher Bäume ausfindig gemacht, sie markiert und auf Planunterlagen verortet, damit später auch noch nachvollziehbar ist, wo sich diese Bäume befinden.

Durch das Belassen von Totholzbäumen wird die ökologische Vielfalt gefördert und die Wälder letztlich stabiler gegen biotische Schädlinge gemacht. Vielleicht erhebt sich an dieser Stelle die Frage, ob abgestorbenes Holz nicht auch eine Brutstätte für Borkenkäfer sein könnte. darstellt. Aber da kann Waldaufseher Jürgen Ernst beruhigen: „Borkenkäfer benötigen für ihr Gedeihen lebende Bäume, denn sie brüten in der Schicht, die sich zwischen der Rinde und dem Holz befindet, der sogenannten Wachstumsschicht. Abgestorbenes Holz ist für Borkenkäfer nicht mehr geeignet.“

Das Projekt wurde teilweise auch in Zusammenarbeit mit Volksschulklassen durchgeführt, die gemeinsam mit dem Waldaufseher im Gelände auf die Suche nach Spechtbäumen gingen und dabei noch über wichtige Zusammenhänge im Ökosystem Wald erfuhren. 

Das Spechtbaumprojekt ist inzwischen auch schon zum Inhalt wissenschaftlicher Arbeiten geworden. Die Initiative geht auf das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zurück. Im Zertifikatslehrgang „Wald- und Naturraumökologie“ werden diese Aspekte vermittelt. Zentrale Punkte des Lehrganges sind der Umwelt- und Naturschutz auf Waldflächen, die Dokumentation und Beobachtung schützenswerter Naturelemente im Wald sowie Darstellung dieser Maßnahmen, deren Erhaltung und Weiterentwicklung.

Inzwischen sind zirka ein Drittel der Spechtbäume im Wolfurter Ippach erhoben und unter Schutz gestellt. Das Projekt wird in den kommenden Jahren weitergeführt.