Die Marktgemeinde Wolfurt hat in der Sitzung der Gemeindevertretung den Voranschlag für das Jahr 2026 einstimmig beschlossen. Erfreulich: Das Budget kommt ohne neue Kreditaufnahmen aus. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen, stagnierender Ertragsanteile und deutlich steigender Pflichtausgaben, etwa für den Spitalsbeitrag und den Sozialfonds, konnte eine zusätzliche Verschuldung vermieden werden. Dies ist das Ergebnis konsequenter Konsolidierungsmaßnahmen, einer sorgfältigen Verwendung der finanziellen Mittel, relativ stabiler Einnahmen, allen voran aus der Kommunalsteuer.
Sinnvolle Investitionen und klare Prioritäten
Im Jahr 2026 setzt Wolfurt gezielte Investitionen im Rahmen im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung um. Zu den wichtigsten Projekten zählen der Ausbau der Kinderbetreuung durch den Kindercampus Mähdle, die Umsetzung des Sporthauses an der Ach als Modullösung sowie die Fertigstellung der Sanierung und Modernisierung der ÖBB-Bahnhaltestelle, die sich bereits auf der Zielgeraden befindet. Ebenso vorgesehen sind notwendige Instandhaltungsmaßnahmen z.B. in der Hofsteigsporthalle. Tiefbau, Hochwasser- und Trinkwassersicherheit werden laufend, wie in der mittelfristigen Planung vorgesehen, umgesetzt, ebenso die Erweiterung des Nahwärmenetzes. Mit den genannten Investitionen stärkt die Gemeinde ihre Infrastruktur nachhaltig und schafft bleibende Werte, von denen alle Bürger*innen profitieren.
Konsolidierung und moderne Verwaltungsabläufe
Parallel dazu wird die konsequente Konsolidierung fortgesetzt. Schwerpunkte liegen auf der Kostenoptimierung und der Modernisierung der Verwaltungsabläufe. Dazu gehören die Digitalisierung des Rechnungslaufs sowie der Aufbau eines erweiterten Controllings. Auch im Energiebereich werden mit „Mission Zero“ und dem Energiecockpit im Rathaus wichtige Schritte zur Effizienzsteigerung gesetzt.
Instandhaltung und soziale Absicherung
Um langfristig hohe Sanierungskosten zu vermeiden, investiert die Gemeinde verstärkt in die laufende Instandhaltung von Gebäude und Infrastruktur. Gleichzeitig achtet die Gemeinde darauf, möglichst ein finanzielles Polster für die zukünftigen Sozialdienste zu schaffen.
Einnahmen und gezielte Bodenpolitik
Ein wichtiger Beitrag zur stabileren Finanzsituation der Marktgemeinde Wolfurt kommt aus einer vorausschauenden und gezielten Bodenpolitik als zentrales Steuerungsinstrument. Strategische An- und Verkäufe von Liegenschaften ermöglichen zukunftsweisende Projekte wie z. B. den Mobility Hub oder die Zentrumsentwicklung an der Kirchstraße/Marktplatz. Diese Herangehensweise schafft finanzielle Spielräume, ermöglicht Investitionen in die Ortsentwicklung und stellt sicher, dass kommunales Eigentum gezielt dort eingesetzt wird, wo es den größten Mehrwert für die Gemeinde schafft.
Budgetzahlen
- Erträge: € 39.558.800,00
- Aufwendungen: € 45.510.200,00
- Operativer Geldfluss: positiv mit € 1.259.400,00
- Finanzierungsbedarf: € 0,00
- Gemeindevermögen: etwa € 100 Mio.
- Pro-Kopf-Verschuldung: knapp € 4.500,00, dem gegenüber steht ein pro Kopf-Vermögen rund € 11.500,00
Geplante Projekte / Größte Investitionen
- Bahnhaltestelle Wolfurt
- Sporthaus an der Ach
- Kindergarten Mähdle
- Hochwasserschutz Eulentobel
Herausforderungen bleiben
Der strukturelle Druck auf das Gemeindebudget bleibt hoch. Steigende Beiträge zum Sozialfonds und zu den Spitalskosten, wachsende Anforderungen in der Kinderbetreuung und im Schulbereich sowie stagnierende Ertragsanteile belasten den Haushalt. Die laufenden Optimierungen zeigen jedoch bereits Wirkung und tragen zur Stärkung der finanziellen Stabilität bei.
„Durch die Mitarbeit aller Abteilungen, klare Prioritäten und konsequentes Wirtschaften ist es gelungen, ein Budget ohne neue Kreditaufnahme vorzulegen“, betont Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger. „Die Marktgemeinde Wolfurt verfolgt damit weiterhin das Ziel, finanziell nachhaltig, transparent und zukunftsorientiert zu wirtschaften. Wir bleiben dran.“