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Taschenaschenbecher leistet hervorragende Dienste!

Taschenaschenbecher, Quelle: Umweltverband

Zigarettenkippen: Millionenfache Gedankenlosigkeit belastet Mensch, Umwelt und Finanzen

Zigarettenstummel sind der am häufigsten achtlos weggeworfene Gegenstand. Sie sind zwar klein, aber keineswegs harmlos: Die in ihnen enthaltenen Giftstoffe und anderen Materialien belasten Umwelt und Menschen, sie verschandeln Ortsbild und Natur und es kostet Geld, sie wegzuräumen. Vorarlbergs Gemeinden und ihre Partner setzen deshalb in den kommenden Monaten einen neuen Schwerpunkt in der Umweltarbeit: „Zigarettenstummel stören, belasten, vergiften, … wenn sie achtlos weggeworfen werden.“

Nach Kaugummis und Getränkeverpackungen stehen die nächsten Monate die „Tschick“ im Zentrum der Bewusstseinsbildung für eine lebenswerte Umwelt. „Zigarettenstummel sind eh natürlich und verrotten schnell“, „So ein kleiner Tschick stört doch keinen“, „Irgendwo muss ich die Zigarette ja hintun, die Straße wird eh gekehrt“ – solche Sätze fallen immer wieder. Und leider nicht nur sie, sondern auch die Zigarettenstummel. Noch immer gilt das achtlose Wegwerfen von Zigaretten weithin als Kavaliersdelikt, wohl auch, weil die
schwerwiegenden Folgen vielen immer noch zu wenig bekannt sind.

Beachtliche Mengen sammeln sich an

Nach offiziellen Statistiken werden pro Jahr rund 13 Milliarden Zigaretten nach Österreich importiert. „Das bedeutet, dass jeder Österreicher weit über 1.000 Zigaretten pro Jahr raucht“, erläutert Harald Feldmann vom Amt der Vorarlberger Landesregierung. Natürlich landen zum Glück viele von vornherein am richtigen Platz, nämlich im Restmüll. Viele allerdings nicht – ein Beispiel aus Vorarlberg: In Rankweil hat eine Schulklasse innert kürzester Zeit in einer Freizeitanlage 700 Stummel zusammengetragen.

Über hundert Giftstoffe in einem Zigarettenstummel

Dabei sind weggeworfene Zigarettenstummel aus Umweltsicht keine Kleinigkeit. Sie enthalten über 100 verschiedene Schadstoffe. Liegen die Stummel nun am Boden, gelangt das Gift in Wasser und Boden. „Teer, Nikotin, Benzol, Formaldehyd, Blausäure, Arsen sind da unter anderem dabei – man kann sich vorstellen, dass dieser Cocktail nicht viel Gutes tut, wenn er in die Umwelt gelangt“, veranschaulicht Harald Feldmann. „Auch der Zigarettenfilter ist kein harmloses Stückchen Baumwolle, sondern besteht aus Kunststoff (Celluloseacetat). Er bleibt der Umwelt lange erhalten: Eine Filterzigarette braucht daher zwischen fünf und zwölf Jahren, bis sie zerfällt.“

Kosten für Entsorgung sind hoch

Das Aufklauben und Entsorgen dieses schädlichen Abfalls verursacht Gemeinden, Infrastrukturbetreibern wie den ÖBB oder Unternehmen jedes Jahr hohe Kosten. „Alle würden diese Gelder lieber sinnvoller einsetzen. Wenn man bedenkt, wie viel sich einsparen ließe, wenn jeder seinen Abfall gleich richtig entsorgt und was man mit dem gesparten Geld alles anfangen könnte, stimmt das schon nachdenklich“, so Bürgermeister Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes.

Kinder und Zigarettenstummel: „Ekelhaft!“

Auch Vorarlbergs SchülerInnen machen sich Gedanken zu dem Thema – immerhin geht es auch um ihre Zukunft. An verschiedenen Orten haben sie sich die Mühe gemacht,
weggeworfene „Tschick“ aufzusammeln. „Wir fanden das richtig ekelhaft, was die Leute da alles weggeworfen haben“, so einer der kleinen Umweltschützer. Gerade für kleine Kinder stellen Zigarettenstummel übrigens eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Schon ein verschluckter Stummel kann bei ihnen Symptome einer Tabakvergiftung hervorrufen. Dazu gehören etwa Erbrechen oder Zittrigkeit. Hier ist von Seiten der „Großen“ Verantwortungsbewusstsein gefragt.

Infrastruktur-Betreiber und Gemeinden gleichermaßen gefordert

Nicht zuletzt sind die weggeworfenen Zigaretten auch ein optisches Problem: Schön oder appetitlich ist es nicht, wenn sie sich etwa vor der Eingangstür oder an Haltestellen häufen. Davon können auch die ÖBB ein Lied singen, hier ist neben dem gesamten Aufwand – allein an den vier Bahnhöfen Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz wird pro Jahr ein
Betrag von 700.000 Euro in die Sauberkeit investiert – speziell die Reinigung der Schienen schwierig. Erst recht störend ist der Anblick der gelbbraunen Papierröllchen in der freien Natur. Dort – und nicht nur dort – können nicht ganz gelöschte Zigaretten noch dazu gefährliches Feuer verursachen können. Auch die Landeshauptstadt Bregenz arbeitet seit Jahren für eine lebenswerte Umwelt. Im Rahmen der „I luag uf di-Kampagne“ werden die Zielgruppen mit verschiedensten Mitteln angesprochen. Ganz aktuell: Die Reinigungskräfte bringen ihre Erfahrungen zum Ausdruck.

Gemeinsame Bitte: Zigaretten nicht einfach wegwerfen!

Sei es aus Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit – immer noch werden jeden Tag auch in Vorarlberg tausende Zigarette einfach weggeschnippt und am Boden ausgetreten. Dabei wäre es kein großer Aufwand, sie fachgerecht zu entsorgen. An Haltestellen, in Städten und Gemeinden stehen Aschenbecher zur Verfügung. Auch ein Taschenaschenbecher leistet hervorragende Dienste – er ist geruchsdicht und wasserdicht
und verwahrt den Stummel sicher, bis er endgültig entsorgt werden kann. Der Aufwand ist minimal, der Nutzen für Mitmenschen und Umwelt wäre hingegen groß. „Ich bin überzeugt, dass die meisten VorarlbergerInnen sich diese kleine Mühe durchaus gerne machen – wenn sie sich bewusst werden, was für Schaden die vermeintlich kleine Unachtsamkeit, das achtlose Wegwerfen, verursacht“, ist Rainer Siegele optimistisch.

Weitere Informationen:

Kerstin Formanek, Umweltverband, Tel. +43 5572 55450-1017, E-Mail: k.formanek@gemeindehaus.at

www.littering.at