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Wolfurter Kriegserinnerungen

Kriegserinnerungen Zeitzeugen
Während des 2. Weltkrieges wurden etwa 35.000 Männer aus Vorarlberg in die deutsche Wehrmacht eingezogen. Von ihnen starben 13.580 im Krieg oder an den Folgen, 2.000 Vorarlberger galten als vermisst. Rund 20.000 Vorarlberger kehrten zurück – heute, 73 Jahre nach Kriegsende, gibt es fast keine Zeitzeugen mehr, die von ihren Erinnerungen als Soldaten im 2. Weltkrieg erzählen können.

Um persönliche Eindrücke der Kriegsgeneration zu erhalten, hat Mittelschullehrer Burkhard Reis in den Jahren 2007 und 2008 Interviews mit ehemaligen Soldaten auf Video aufgezeichnet. Im Oktober 2009 zeigte der Kulturkreis Wolfurt die Film-Sequenzen im Vereinshaus.

Um die Video-Dokumente allen Interessierten zugänglich zu machen, wurden jetzt insgesamt 15 gekürzte Ausschnitte mit einer Dauer zwischen zwei und zehn Minuten auf youtube veröffentlicht. Als Antrieb für seine ehrenamtliche Arbeit sieht Burkhard Reis die Dringlichkeit des Erhaltens von Erinnerungen angesichts der verschwindenden Kriegsgeneration: „Bereits 2007 gab es nur noch wenige, die erzählen konnten. Heute gibt es zahlreiche Dokumente und Tagebücher, die an den Krieg erinnern. Auch Video-Aufzeichnungen mit Zeitzeugen sind in großer Zahl im Internet vorhanden – allerdings fast ausschließlich aus Deutschland, Videos mit Vorarlbergern sind nicht zu finden.“

Im Vordergrund der Interviews stehen persönliche Erinnerungen. Die Themen sind breit gestreut: Schuld am Tod von Kameraden, Verwundung, Verstümmelung, Strapazen, Denunzierung, Hunger, Albträume als Folge der Erlebnisse, das tägliche Sterben an der Front, die Wahrnehmung als Soldat und viele weitere Themen bilden Inhalte der Videos.

Zeitzeugen:

Josef Stadler, ursprünglich aus Schwarzach, wohnt in Wolfurt.
Nach einer schweren Verwundung musste sein linker Arm amputiert werden.

Hubert Waibel, ehemals Wolfurter Bürgermeister und Landtagsabgeordneter; gestorben 2014.
Leningrader Blockade: von 30 Soldaten seiner Einheit sind in nur 14 Tage sechs gefallen.

Heinrich Steurer, geboren in St. Wolfgang; gestorben 2018 in Wolfurt.
In den allerletzten Tagen des Kriegs wurde er als 17-jähriger ohne Ausbildung an die Front geschickt – und schwer verwundet.

Hans Greber, ursprünglich aus Schwarzenberg, gestorben 2008.
Jahrelang war er in Schnee, Eis und Schlamm an der sogenannten „Eismeerfront“ stationiert.

Die Videos sind entweder mit den Google-Suchwörtern „Kriegsteilnehmer aus Vorarlberg“ (Videos) oder mit dem QR-Code zugänglich.

Youtube-Link zu den Interviews:

Interviews mit den ehemaligen Soldaten:
https://www.youtube.com/channel/UCsV38EvGI9Yucd0-aX0P2vw/playlists