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Radrouten-Planung durch Lauteracher Ried gestartet

Radrouten-Planung durchs Ried (c)WolfgangPfefferkorn

Wussten Sie, dass in den Gemeinden rund um das Lauteracher Ried jeder Bewohner und jede Bewohnerin im Schnitt ein Mal am Tag mit dem Fahrrad fährt? Und dass zwei Drittel der Beschäftigten in Fahrraddistanz von weniger als 10 km von der Arbeitsstätte entfernt wohnen?

Aus diesem Grund haben die Gemeinden in der Region, so auch Wolfurt, und zahlreiche  Betriebe in den letzten Jahren hohe Radverkehrs-Investitionen getätigt – mit dem Resultat, dass der Radverkehrsanteil in den Gemeinden um das Lauteracher Ried auf 22 % gesteigert werden konnte. Das ist ein Spitzenwert – nicht nur vorarlberg- sondern auch österreichweit.

Die Durchquerung des Lauteracher Rieds mit dem Fahrrad ist im Alltagsradverkehr derzeit aber nur erschwert möglich. Es müssen entweder große Umwege in Kauf genommen oder stark befahrene Landesstraßen mitgenutzt werden. Viele Radwege sind nicht staubfrei und deshalb bei schlechtem Wetter und bei Schnee schlecht befahrbar.

Gemeinden arbeiten an Radwege-Konzept durchs Ried

Die Gemeinden Lauterach, Lustenau, Hard, Höchst, Wolfurt, Fußach, Gaißau, Schwarzach und Dornbirn haben daher vor über einem Jahr eine Petition an das Land Vorarlberg gestellt mit dem Anliegen, für den Alltagsradverkehr akzeptable Verbindungen durch das Ried zu schaffen.

Die Landesregierung hat im Frühsommer dieses Jahres  gemeinsam mit diesen Gemeinden einen Planungsprozess gestartet, bei dem Vorschläge für eine alltagstaugliche Radroute durch das Ried kooperativ – unter Einbeziehung aller Interessen – entwickelt werden soll. Federführend wird dieser Planungsprozess von der Marktgemeinde Lauterach organisiert und von den Büros Rosinak & Partner aus Wien, Revital aus Osttirol und Planoptimo aus Tirol begleitet. Bei den Planungen zu Alltagsradrouten durchs Ried geht es vor allem um die sensible Natursituation im Natura 2000 Gebiet, aber vor allem auch um Interessen der Landwirtschaft und anderer Nutzergruppen.

Kooperativer Planungsprozess

Die Gemeinden haben sich im Juni 2017 zum ersten Mal getroffen, um über die Planungsziele zu diskutieren und den Planungsraum abzugrenzen. Im Sommer fanden Gespräche mit einzelnen AkteurInnen statt. Die erste Forumssitzung fand am 12. September statt, bei der alle Interessenträger zusammenkamen. Das Planungsteam wird in den nächsten Monaten konkrete Routenplanungen  in Angriff nehmen, die naturräumlichen Wirkungen ermitteln und die Machbarkeit von Alltagsradrouten durch das Lauteracher Ried beurteilen. Die Zwischenergebnisse werden laufend mit den im Planungsprozess beteiligten AkteurInnen diskutiert. Der Planungsprozess dauert etwa ein Jahr – die Ergebnisse werden für Herbst 2018 erwartet.

Eine Radroute durchs Lauteracher Ried für AlltagsradlerInnen, also auch ArbeitspendlerInnen, wäre ein wesentlicher Lückenschluss im Landesradroutennetz. Der Planungsprozess wird klären, ob  eine Alltagsradroute durch das naturräumlich sensible Gebiet möglich ist und wenn ja, in welcher Form. Fest steht, dass die Förderung des Radverkehrs allen am Prozess Beteiligten sehr wichtig ist - schließlich wären dadurch in der gesamten Region Verlagerungen vom Pkw-Verkehr auf den Radverkehr zu erwarten.