Marktgemeinde Wolfurt Menü

Farbenfrohe Frühlingsboten

Blumenwiese

Wer in den kommenden Wochen an der Bregenzerach spazieren geht, darf sich da und dort schon auf die ersten Farbtupfer freuen. Bunte Blüten künden das Frühjahr an und machen Lust darauf, wieder in die Natur zu gehen und ihre Schönheit zu erkunden. Die fünf Gemeinden stellen Ihnen einige der blühenden Frühlingsboten an der Ach vor.

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Buschwindröschen © UMG und © Manfred Waldinger

Mit dichten weißen Blütenteppichen erfreut das Buschwindröschen jedes Frühjahr das Auge. Dieser heimische Frühblüher ist besonders in Laub- und Nadelwäldern anzutreffen. Die Anemonen-Art ist ein Geophyt – das heißt, sie treibt im Frühling rasch aus, hat aber schon im Frühsommer ihren Wachstumszyklus beendet und zieht sich wieder in die Erde zurück. So nutzt die winterharte Staude den Zeitraum, in dem die Baumkronen noch viel Licht durchlassen, optimal aus.

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Scharbockskraut © UMG und © Manfred Waldinger

Das Scharbockskraut ist oft die erste Grünpflanze, die in großen Massen in lichten Wäldern auftritt. Die Blätter bilden manchmal ganze Teppiche. Nach den Blättern erscheinen leuchtend gelbe Blüten, die dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzufügen, aber auch anzeigen, dass die Scharbockskraut-Blätter von nun an leicht giftig sind. Das Scharbockskraut ist in allen Teilen giftig, besonders aber im Wurzelstock und in den Brutknollen. Junge Blätter, die vor der Blütezeit geerntet werden, sind jedoch unbedenklich.

Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Schuppenwurz © UMG und © Manfred Waldinger

Von März bis April ist die Schuppenwurz im Auwald an der Bregenzerach zu beobachten. Mit ihren altrosa Blütenständen ist sie kaum mit einer anderen Pflanze zu verwechseln. Blätter fehlen ihr gänzlich, stattdessen hat der Stängel bleiche, blattähnliche Schuppen. Die Schuppenwurz zählt zu den Saftschmarotzern, da sie mithilfe von unterirdischen Saugorganen den nährstoffhaltigen Saft von anderen Pflanzen abzieht. Ihre Bestäuber sind Insekten, vor allem Hummeln und Bienen. Nicht selten werden die Blüten auch durch den Wind bestäubt.

Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium)

Milzkraut © UMG und © Manfred Waldinger

Das wechselblättrige Milzkraut ist bei uns häufig. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Wäldern, an schattigen feuchten Stellen, an Flussrändern und in bachbegleitenden Erlen- und Eschenwäldern. Das Milzkraut benötigt nährstoffreiche, humose, lehmige oder tonige Böden. Wegen der milzähnlichen Laubblätter wurde die Pflanze im Mittelalter gegen Erkrankungen der Milz eingesetzt.

Waldveilchen (Viola reichenbachiana)

Waldveilchen © UMG und © Manfred Waldinger

Das Waldveilchen ist eine anspruchsvolle mitteleuropäische Art, deren typische Standorte fruchtbare, kalkhaltige Laubwälder sind. Bei der Verbreitung machen sich die Veilchen die Insekten zunutze: Die Reste der Samenanlage des Fruchtbodens bilden mit ihren Samen ein fetthaltiges Anhängsel, das Elaiosom (Ölkörperchen), dessen Geschmack bei Ameisen recht beliebt ist. Während sie ihren Leckerbissen fressen, transportieren sie den Samen ganz nebenbei von der Mutterpflanze weg – manchmal zum Ameisenhaufen, manchmal zum neuen Standort.

Factbox: Naturraum Bregenzerach

Die Bregenzerach ist wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Auch aus diesem Grund arbeiten die fünf Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt seit langem unter dem Titel „Fünf Gemeinden – ein Fluss“ eng zusammen, um eines der wertvollsten Naturräume Mitteleuropas gemeinsam zu erhalten.

Bei unserem Streifzug entlang der Bregenzerach haben uns die Abteilung Umweltschutz des Amtes der Landeshauptstadt Bregenz und die inatura Dornbirn unterstützt.