Marktgemeinde Wolfurt Menü

Bierdeckel "800-Jahre-Wolfurt"

Alle Bierdeckel

Hier finden Sie detailliertere Informationen zu den Texten auf den 10 verschiedenen Jubiläums-Bierdeckeln! Es erwarten Sie interessante Bilder mit spannenden Fakten über Wolfurt.

Die Bierdeckel werden das ganze Jahr in den Wolfurter Gasthäusern und Cafés aufliegen. 

Die Informationen zu den Texten wurden aus den "Heimat"-Heften von Siegfried Heim entnommen. Vielen Dank für die Bereitstellung dafür!

Viel Spaß beim Schmökern und Sammeln!

1. Bierdeckel "Missverstanden - Der Name Wolfurt"

Bierdeckel

Seit es bei uns eine Schule gibt, haben Lehrer den Schülern beigebracht, der Name Wolfurt bedeute wohle Furt, also so viel wie gute Furt. Wir erkennen das Gut-Sein in Wohl-tat, in Wohl-Geruch und in Wohl-Wollen, aber gegen ein Wohl bei unserer Furt über die Ach gibt es einige Gründe... Mit ihren vielen Hochwässern war die Ach immer ein sehr gefährlicher Fluss, schon die Römer bauten für die Überquerung eine Brücke.

Wahrscheinlich hat der Name Wolfurt aber gar keinen Bezug zu einer Furt über die Ach! Er taucht um 1220 zuerst als der eines Rittergeschlechtes auf. Dessen Burg sicherte den damaligen Zugang über den Steußberg in den von rivalisierenden Grafen umstrittenen Bregenzerwald. Viel näher an der Ach und an der Furt stand Burg Veldegg im Oberfeld. Diese konnte daher auch eher den Flussübergang kontrollieren. Die Herren von Wolfurt oder Wolffurt waren ein Adels- und Rittergeschlecht, dass vom 13. bis ins 15. Jahrhundert Einfluss im Südschwarzald in Vorarlberg und in der Schweiz hatte, ihr Stammsitz war die Burg Wolffurt.

Das Geschlecht taucht erstmals um 1226 auf. Nach einer Legende soll im 13. Jahrhundert die Familie McDewr the Wolf in ihrer Heimat verfolgt worden sein, und aus Schottland nach Italien und Deutschland ausgewandert sein, wo der Name in Wolfesford und dann in Wolfurt überging.

Wir dürfen also festhalten: Kaiser Friedrich Barbarossa hat um das Jahr 1180 die Ritter von Wolfurt auf sein staufisches Schloss gesetzt. Hier liegt die Wurzel zum Namen unserer Gemeinde und keineswegs, wie bisher in den Schulen gelehrt, in einer „wohlen Furt“ über die Ach.

2. Bierdeckel "Familiensache - Das Wolfurter Wappen"

Bierdeckel

Unser Wolfurter Wappen hat seinen Ursprung im Familienwappen des Rittergeschlechtes von Wolfurt. Der Wolf als Wappentier findet sich ebenso bei den späteren adeligen Burginhabern.

Die unterschiedliche Darstellung des Wolfes bzw. des Wappens ergab sich wahrscheinlich aus der Güterteilung der Brüder Ulrich und Konrad von Wolfurt beispielsweise der blaue Wolf, der gekrönte Wolf, der springende, steigende Wolf, nach rechts oder links gewendete Wolf, das Wasser als Furt oder als 3 Bäche, etc.

Die Vorarlberger Landesregierung bestätigte der Gemeinde Wolfurt am 6. Oktober 1928 die Führung des alten Ritterwappens als Gemeindewappen. Seitdem ist auch die Schreibung des Namens Wolfurt in seiner heutigen Form festgelegt.

3. Bierdeckel "Ritter Konrad der 'Wolf'"

Bierdeckel

Das Schloss Wolfurt wurde im 13. Jahrhundert erstmals als Stammsitz des damals schon alten und mächtigen Rittergeschlechtes „von Wolfurt“ erwähnt. Das Geschlecht tat sich einerseits durch geistliche Macht hervor, andererseits waren sie auch recht gefragte Führer von Söldnerheeren.

Ulrich und Konrad von Wolfurt, waren zwei bekannte Führer von Söldnerheeren in Italien und erwarben sich durch Tapferkeit, Kriegskunst und auch Grausamkeiten einen Namen und erwarben große Reichtümer. Insbesondere Konrad „der Wolf“ war ein gefürchteter Ritter, der vor Gräueltaten nicht zurückschreckte.

Möglicherweise war es dieser Ritter Konrad, der 1364 dem Kloster Pfäfers den berühmten Wolfurter Kelch mit der Gravur „Cunradus de Wolfurt miles“ stiftete – laut Überlieferungen, damit er sich von seinen Sünden loskaufen konnte. Vermutlich handelt es sich dabei um einen geraubten Kelch.

4. Bierdeckel "Unser heimliches Wahrzeichen - Schloss Wolfurt"

Bierdeckel

Das Schloss Wolfurt wurde erstmals 1353 urkundlich mit einer Belehnung durch Kaiser Karl IV. an Hugo Konrad und Egli von Wolfurt urkundlich erwähnt.

Der Turm des Wolfurt Schlosses wird in das 1. Viertel des 13. Jahrhunderts zurückdatiert. Dies ist an den senkrecht stehenden Steinen, genannt Orthostaten, des Bruchsteinmauerwerks im südwestlichen Teil des Bergfrieds zu erkennen.

2017 wurde unser Wahrzeichen durch die Gemeinde erworben.

5. Bierdeckel "März 1219 - Erste Nennung von Wolfurt"

Bierdeckel

„800 Jahre Wolfurt“ – 1219 ein Meilenstein in der Ortsgeschichte?"

Das Geschehen, das den Anlass für das 800-Jahr-Jubiläum bildet, fand weit entfernt von Wolfurt statt. Das Kloster Weißenau bei Ravensburg hatte in Rom um eine päpstliche Bestätigung des klösterlichen Liegenschaftsbesitzes gebeten. Diese Urkunde sollte dem Kloster – wie heute ein Grundbucheintrag – als Beweismittel dienen, und es so vor ungerechtfertigter Wegnahme seiner Güter durch weltliche Machthaber schützen.

Am 31. März 1219 unterfertigte Papst Honorius III. das in Latein verfasste Dokument, das eine umfangreiche Auflistung von Gütern enthält. Unter diesen findet sich auch ein „predium in Wolfurt“ – ein Gut in Wolfurt, das dem Kloster in den Jahrzehnten zuvor von einem unbekannten Spender überlassen worden war.

Die 800 Jahre beziehen sich also auf die älteste erhaltene Nennung von Wolfurt als Ortsbezeichnung. Die dörflichen Siedlungskerne von Wolfurt und Rickenbach sind wesentlich älter. Hier befanden sich schon vor dem Jahr 1000 zwei von den Untertanen der Bregenzer Grafen bewirtschaftete Höfe, der Kellhof und der Hof zur Steig.

Diese wertvolle mittelalterliche Handschrift, das so genannte Weißenauer Chartular, gelangte nach der Zwangsauflösung des Klosters im Jahr 1803 nach St. Gallen und befindet sich heute in der Vadianischen Sammlung der Kantonsbibliothek.

Weitere Infos auf http://www.wolfurt.at/de/geschichten-aus-wolfurt

6. Bierdeckel "Alte Familiennamen Teil 1"

Bierdeckel

Der erste Wolfurter Häuserbeschrieb von 1594 (aus „Holunder“ 1932/30) nennt 10 Geschlechtsnamen, die in der Gemeinde seitdem erhalten geblieben sind:

Böhler, Dietrich, Flatz, Höfle, Müller, Reiner, Schwärzler, Sohm, Thaler und Vonach.

Weitere der ältesten Familien Namen in den Wolfurter Häuserlisten sind:
Albinger, Anwander, Bildstein, Dür, Fischer, Gasser, Geiger, Gmeiner, Guldenschuh, Haltmayer, Kalb, Klocker, Köb, Lenz, Mäsch, Mohr, Rohner, Rünzler, Schelling, Schertler, Schneider, Schwerzler, Stadelmann und Stülz.

7. Bierdeckel "Alte Familiennamen Teil 2"

Bierdeckel

 „Fremde Leut“ durften in Wolfurt nur mit Sondergenehmigung des gräflichen Vogts aufgenommen werden. Es musste jeder für die Einheirat oder den Zuzug nach Wolfurt zwischen 10 und 60 Pfund Pfennig bezahlen, das wären heute etwa 363 bis 2180 €.

Weitere neue Familiennamen bis 1900:
Albrecht, Ammann, Arnold, Bernhard, Bohle, Brauchle, Doppelmayr, Drechsel, Fait, Fehle, Feldkircher, Forster, Gmeinder, Göppel, Gunz, Heim, Hinteregger, Hohl, Hopfner, Huber, Huster, Hutter, Kaufmann, Kirchberger, Klien, Kresser, Lüber, Malin, Matt, Meusburger, Nagel, Öhe, Österle, Peter, Putzer, Rädler, Rhomberg, Rist, Roth, Schirpf, Schedler, Scheffknecht, Sinz, Stenzel, Verklärer, Wacker, Waldinger, Widmer, Winder, Wohlgenannt, Wurz, Zehrer und Zuppinger.

8. Bierdeckel "Altes Brauchtum - Die Firstfeier"

Bierdeckel

Das Richtfest (oder wie es in Wolfurt genannt wird: die Firstfeier) lässt sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen. Die Firstfeier ist in Wolfurt schon lange Tradition.

Der Brauch geht auf rituelle Formen der Zinszahlung und der Abgeltung von Arbeitsdienstleistungen zurück, wie sie im Mittelalter gebräuchlich waren. Die festlichen Zusammenkünfte, die zum Abschluss der einzelnen Arbeiten abgehalten wurden, müssen als rechtsverbindliche symbolische Handlungen betrachtet werden, für die der Kontakt zwischen Untertan und Obrigkeit kennzeichnend war.

Die Anbringung des mit Papierkrepp geschmückten Firstbaumes auf dem Dach, der Richtspruch sowie der Dank an die ausführenden Firmen sind ein wichtiger Bestandteil dieses Brauches in Wolfurt.

Der Firstbaum wird "versucht" von den Zimmerleuten auf das Dach zu ziehen. Sie rufen dann vom Dach, dass der Baum zu leicht sei. Daraufhin wid er wieder hinuntergelassen und mit Bier und Schnaps behängt. Dann wird er unter Zurufen der Gäste ganz auf das Dach gezogen. Die Zimmerleute nehmen Bier und Schnaps vom Baum und sprechen den Richtspruch. Dann werfen sie ein Glas oder eine Bierflasche vom Dach. 

Zerspringt es am Boden, wird alles gut, bleibt das Glas heil, gilt das als ein schlechtes Omen und eine Schmach für den Werfer. 

Der Richtspruch ist zum einen ein Dank an Architekt und Bauherr, zum anderen eine Bitte um Gottes Segen für das Haus. Der Redner bekommt traditionell Wein oder Schnaps, um auf das Wohl der Hausbesitzer zu trinken. 

9. Bierdeckel "Liebeserklärung an Wolfurt"

Bierdeckel

„Mi Wolfurt, des ischt m’r des liobscht uff-or Wealt.
I gäb’s um koa andors und nitt um viel Geald!

-
Bekenntnis von Theresia Mohr-Wachter zu ihrem Heimatdorf

Theresia Mohr-Wachter war Hausfrau und hat 1990 den Gedichtband „Streifzüge der Gedanken. Gedichte in Wolfurter Mundart und Hochsprache“ veröffentlicht.

10. Bierdeckel "800 Jahre in aller Kürze"

Bierdeckel
1219   Erste schriftliche Nennung Wolfurts
Um 1300 

breitet sich das Geschlecht der Ritter mit dem Wolf im Wappenschild in Süddeutschland und in der Schweiz aus.

1364 Ritter Konrad stiftet den Wolfurter Kelch für Pfäfers
1370 Hochblüte des Wolfurter Rittergeschlechts im Bodenseeraum als Besitzer vieler Burgern, als Äbte und Äbtissinnen
Um 1450 das erste Geschlecht der Ritter von Wolfurt ist ausgestorben
1517 Das Kirchdorf Wolfurt erhält den ersten Dorfbrunnen
1594 

Ältestes Häuserverzeichnis: 70 Häuser, zusammen leben hier 350 Einwohner

1816

Die erste Musikkapelle in Wolfurt gegründet

1850-1870

wandern etwa 120 junge Wolfurter nach Amerika aus

1873

Der Wolfurter Kunstmaler Gebhard Flatz (1800-1881) bringt aus Rom sein großes Altarbild mit

1879 Gemeindediener Joh. Böhler wird ermordet
1888 Für Wolfurt und Schwarzach erscheint das erste Gemeindeblatt
1939 Schloss Wolfurt ist abgebrannt und wurde bald unter Dr. Fritz Schindler neu aufgebaut
2017 Gemeinde Wolfurt kauft das Schloss Wolfurt
2019 800-Jahre-Jubiläum